Projekt Play Type – Start eines Verbundforschungsvorhabens zur Typisierung geothermischer Ressourcen in Europa

Meldung vom 08.08.17

Unter Leitung des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) startet im August 2017 das Projekt Play Type: ein Forschungsprojekt, das sich erstmalig mit der Typisierung geothermischer Ressourcen befasst. Partner in diesem Verbundforschungsvorhaben sind das global agierende Unternehmen für Energiespeicherung Storengy, eine Tochtergesellschaft der ENGIE-Gruppe, sowie das Internationale Geothermiezentrum (GZB) in Bochum als wissenschaftlichem Partner und Sitz des geothermischen Weltverbandes IGA.

Gesamtziel dieses Projektes ist die Einteilung der deutschen geothermischen Provinzen nach dem Konzept der Fündigkeitstypen, sogenannten Play Types. Nach diesem Konzept werden geothermische Ressourcen nach geologischen Kriterien zur Bildung von Wärmequelle, Wärmetransportmechanismus und Wärmespeicherung untergliedert.

Mit dem Projektziel wird eine geowissenschaftlich fundierte weltweit anwendbare Charakterisierung geothermischer Ressourcen und damit eine verbesserte Ressourcenabschätzung verfolgt. Dabei soll der Oberrheingraben mit dem Ostafrikanischen Graben, das Norddeutsche Becken mit dem Pariser Becken und das Süddeutsche Molassebecken mit dem Alberta Becken verglichen und untersucht werden.

 „Mit der Bewilligung dieses Projekts ist ein Meilenstein in der nationalen wie internationalen Geothermieforschung erreicht worden, da wir uns nun der systematischen Einordnung geothermischer Ressourcen in Europa nach international anwendbaren Kriterien und der Überprüfung dieser Kriterien widmen können,“ betont Projektleiterin Prof. Inga Moeck vom LIAG.

Mit diesem Projekt ist es außerdem gelungen, ein global tätiges Unternehmen als Partner zu gewinnen. „Für uns als Unternehmen stellt dieses Projekt einen besonderen Mehrwert dar, da wir die Ergebnisse in der Praxis sofort nutzen können, um die Rentabilität eines Geothermieprojektes besser einzuschätzen“, äußert Kathrin Schulz, Leiterin des Bereichs Geschäftsfeldentwicklung und strategische Projekte vom Projektpartner Storengy.

„Das Vorhaben steht im Kontext unserer Strategie zur grenzübergreifenden Lagerstätten-  Charakterisierung als Grundlage für den Konversionsprozess von Energiesystemen in den europäischen Ballungsräumen; außerdem gibt uns das IGA-Sekretariat die bestmögliche Gelegenheit, die Ergebnisse international zu verbreiten“, sagt Prof. Rolf Bracke, Direktor des Internationalen Geothermiezentrums.

Das Forschungsvorhaben Play Type wird über das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und durch den Projektträger Jülich, Forschungs- und Innovationsförderungspartner der öffentlichen Hand, betreut.

 

Pressekontakt Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)

Prof. Dr. Inga Moeck

E-Mail: inga.moeck@liag-hannover.de

Tel: 0511-643-3468 oder -2302

www.liag-hannover.de

 

Pressekontakt Internationales Geothermiezentrum (GZB)

Stephan Exner

E-Mail: stephan.exner@geothermie-zentrum.de

Tel.: 0234-32-10711

www.geothermie-zentrum.de

 

Pressekontakt Storengy Deutschland

Astrid Dolak

E-Mail: astrid.dolak@storengy.de

Tel.: 030-288834-228

https://www.storengy.com

 

 

Über das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)

Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik mit Sitz in Hannover ist ein eigenständiges Forschungsinstitut und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Institut betreibt zukunfts­gerichtete Forschung auf dem Gebiet der physikalischen Geowissenschaften. Als Einrichtung von überregionaler Bedeutung wird es von Bund und Ländern gemeinsam finanziert. Das Institut blickt auf über 50 Jahre Erfahrung in der Geothermie-Forschung zurück und ist die Adresse in Deutschland für Geothermie-Kompetenz und Temperaturdaten aus dem tiefen Untergrund. Es betreibt das öffentlich zugängliche Geothermische Informationssystem (http://www.geotis.de).

 

Über das Internationale Geothermiezentrum (GZB)

Das GZB ist eine gemeinnützige Verbundforschungseinrichtung für Wissenschaft und Wirtschaft mit einer engen Verbindung zur Öffentlichkeit, Verwaltung und Politik. In 2006 gegründet, verfügt das Zentrum über vier wissenschaftliche Abteilungen für Bohrtechnik, Infrastrukturelle Anwendungen, Reservoir Engineering und Geothermale Geologie sowie mehrere erstrangige Groß-Laboratorien und Untergrund-Testfelder. Damit dient das GZB u.a. dem Land Nordrhein-Westfalen als fachübergreifendes Kompetenzzentrum für die Charakterisierung, Exploration und Nutzung von geothermischer Energie. Das Forschungszentrum wird von acht nationalen Hochschulen und weiteren Öffentlichen Einrichtungen betrieben und von der Hochschule Bochum verwaltet; seit 2011 ist das GZB Sitz des Weltverbandes International Geothermal Association (IGA).   

 

Über Storengy

Storengy, eine Tochtergesellschaft der ENGIE-Gruppe, ist Europas führender Betreiber von Erdgasspeicheranlagen. Mit rund 60 Jahren Erfahrung in verschiedenen Märkten und ihren Umgebungen werden verschiedenste Arten von Speicheranlagen gebaut, entwickelt und betrieben, um den Kunden innovative Produkte anzubieten. Storengy ist in Europa (Frankreich, Deutschland, Großbritannien) tätig und hat ihre Aktivitäten mittlerweile weltweit ausgeweitet. Sie verfügt über 21 Erdgasspeicheranlagen mit einer Gesamtkapazität von 12.2 Milliarden m3. Am Standort Deutschland werden 6 Erdgasspeicher betrieben mit insgesamt 1,7 Milliarden m3 Arbeitsgasvolumen. Als aktiver Akteur der Energiewende stellt Storengy ihre Expertise weltweit zahlreichen Partnern zur Verfügung, um Geothermieprojekte (Wärme- und Stromproduktion) sowie innovative Energiespeicherlösungen zu entwickeln.


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